Agiles Projektmanagement ist in aller Munde. Viele Projektmanager sollen agil arbeiten, sind jedoch oftmals nicht im Klaren, was das genau bedeutet. Nachfolgend haben wir für Sie eine Gegenüberstellung von den Prinzipien des agilen Projektmanagements im Vergleich zum traditionellen Projektmanagement erstellt.

Prinzipien des agilen Projektmanagements

traditionelles Projektmanagement

  • Höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung von Zwischenprodukten zufrieden zu stellen
  • Liefere funktionierende Zwischen-produkte  („etwas zeigbares“) innerhalb weniger Wochen und Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.
  • Traditionelle Projekte sind plangetrieben. Der Kunde teilt zu Projektbeginn mit, was er haben möchte. Der spezifizierte Projektgegenstand wird dann den erstellten Plänen entsprechend umgesetzt.
  • Heiße Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
  • Das plangetriebene Vorgehen führt zu einer negativen Einstellung gegenüber Änderungen. Bei Änderungen am Projektgegenstand müssen auch bereits existierende Pläne geändert werden.
  • Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.
  • Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
  • Entwicklerteams werden während der Projektlaufzeit neu zusammengestellt oder arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig. Durch sich ändernde Zuständigkeiten kann das Ver-antwortungsgefühl für den Projekt-gegenstand leiden. Gegenmaßnahme: stärkeres Controlling.
  • Die effizienteste und effektivste Methode Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
  • Traditionelle Vorgehensmodelle fokussieren auf Abläufe. Im Arbeitsalltag ersetzen E-Mails teilweise das persönliche Gespräch.
  • Funktionierende Zwischenprodukte sind das wichtigste Fortschrittsmaß.
  • Der Projektfortschritt wird in Kosten (Budgetverbrauch) oder Mitarbeiterauslastung gemessen.
  • Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
  • In der unternehmerischen Praxis werden viele Projektmanager mit großer Verantwortung und wenig Befugnissen ausgestattet. Dies fördert Projektverzug und Eskalation.
  • Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren, ist essentiell.
  • Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.
  • Komplexität soll durch Pläne beherrschbar gemacht werden, was selten gelingt. Späte Änderungen oder Abstriche in der Qualität sind meistens die Folge.
  • Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.
  • In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.
  • Klassisches Instrument des Wissensmanagements in traditionellen Projekten sind die Lessons Learned und die Projektanalyse am Projektende. Regelmäßige Reflexionen sind eher die Ausnahme.

 

Wie sieht der Umgang mit Zielen im klassischen und agilen Projektmanagement aus?

Im klassischen Projektmanagement wird an Zielen festgehalten, was an sich ja nicht verkehrt ist. Die Frage, wie sinnvoll das ist, ist eine andere. Eine Antwort darauf könnte jedoch der Chaos Report der Standish Group liefern. Eine Gegenüberstellung von über 10000 Projekten im Zeitraum von 2011-2015, welche entweder nach agilen oder klassischen Projektmanagement-Methoden durchgeführt wurden.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wünschen Sie sich mehr Informationen über dieses oder ein anderes Thema?